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Die 1,232 g leichte Offenbarung: AERO50 II im Test

by LiNichole 13 Juli 2026
Die 1,232 g leichte Offenbarung: AERO50 II im Test

Die Fahrradindustrie ist derzeit im regelrechten Carbon-Speichen-Fieber. Das Marketing hat Carbon-Speichen-Laufräder erfolgreich als einzige Möglichkeit für wirklich „ultraleichte“ Laufräder positioniert – als ob man einen Anker hinter sich herzieht, wenn man keine empfindlichen Carbonfaser-Speichen verwendet. Die Steifigkeit ist zwar unbestreitbar, doch dieser Trend hat eine Falle geschaffen: ein unkomfortables Fahrgefühl, Gewichtsbeschränkungen, die schwerere Fahrer ausschließen, und eine völlige Unbrauchbarkeit bei der Wartung.

Für ambitionierte Radsportler, die ihre Ausrüstung selbst organisieren, verfliegt der Reiz eines „rekordverdächtigen“ Laufradsatzes sofort, wenn eine proprietäre Speiche 100 Kilometer vor dem Ziel bricht. Das Problem ist, dass viele Hersteller Carbonspeichen als Krücke benutzen, um ein bestimmtes Zielgewicht zu erreichen, und dabei ignorieren, dass dieselben Werte auch durch überlegene Naben- und Felgenkonstruktion erzielt werden können. Uns wurde immer gesagt, „ultraleicht“ erfordere „proprietäre“ Lösungen, aber diese Vorstellung ist endgültig widerlegt.

Tom Bowers Cycling, ein britischer YouTube-Kanal, testete den AERO50 II Laufradsatz von ICAN Cycling mit Stahlspeichen. Diese 50 mm hohen Laufräder brachten unglaubliche 1,231.9 g auf die Waage (ohne Ventile und Felgenband). Das wirklich Erstaunliche an diesem Wert ist, dass ICAN ihn mit herkömmlichen Stahlspeichen erreichte. Dieser Laufradsatz ist ein Paradebeispiel dafür, wie intelligente Optimierung mit der High-End-Technologie konkurrieren – und sie sogar übertreffen – kann, die wir bisher für unverzichtbar gehalten haben.

Nachfolgend das vollständige Video des Evaluierungsradsatzes:

Das „Marmite“-Problem und die Stahllösung

Carbonspeichen sind ein Produkt, das polarisiert: Entweder man liebt ihre extreme Steifigkeit oder man hasst den damit verbundenen Aufwand. Abgesehen von den Reparaturschwierigkeiten stoßen Carbonspeichen an ihre technischen Grenzen; sie sind generell nicht für schwerere Fahrer geeignet, die die Dauerfestigkeit und Elastizität von Stahl benötigen. Wer Wert auf Langlebigkeit legt und nicht auf ein kurzfristiges Renngefühl, für den sind Carbonspeichen keine gute Wahl.

ICAN Cycling umging dieses Problem vollständig durch den Einsatz von Sapim CX-Ray-Speichen. Diese Speichen gelten aus gutem Grund als Branchenstandard: Sie bieten hervorragende Aerodynamik, sind extrem langlebig und in nahezu jedem renommierten Fahrradgeschäft weltweit erhältlich. ICAN entschied sich für Sapim CX-Ray-Speichen anstelle einer nicht näher spezifizierten Carbonfaser-Alternative.

„Theoretisch könnte man diese Fahrräder zu jedem x-beliebigen Fahrradladen bringen, und die könnten die Speichen besorgen und sie reparieren... genau diese einfache Reparierbarkeit ist ja wichtig.“

Gewichtseinsparung liegt im Detail, nicht nur im Material.

Um mit einer 50-mm-Felge und Stahlspeichen ein Gewicht von 1,231.9 g zu erreichen, muss man die Nabenkonstruktion bis ins kleinste Detail perfektionieren. ICAN verfolgt einen minimalistischen Ansatz, der an die Grenzen des Möglichen geht, und konzentriert sich darauf, jedes überflüssige Milligramm Metall aus der rotierenden Masse zu entfernen.

Aggressiv gefräster Freilaufkörper

Das D91 Der Freilaufkörper wurde bis auf sein strukturelles Gerüst abgedreht, sodass nur noch das absolute Minimum an Material übrig blieb, das für den Eingriff der Kassette erforderlich ist.

Zentralverschluss-Rotorhalterungen mit Spalt

Die Bremsscheibenhalterungen sind konstruktionstechnisch clever konstruiert und verfügen nicht über durchgehende Verzahnungen. Stattdessen befinden sich in den Verzahnungen gezielt Lücken, wo die Belastung minimal ist. Dies erfordert eine hochpräzise Bearbeitung, um einen spielfreien und perfekten Sitz der Bremsscheibe zu gewährleisten, doch die Gewichtsersparnis ist beträchtlich.

Skelettierte Nabenschalen

Die Nabenkörper selbst sind reduziert, wobei das Material nur dort eingesetzt wird, wo die Speichenspannung und die Lagersitze es erfordern.

Der Mythos der „Kohlenstoff-oder-nichts“-Steifheit

Es hält sich hartnäckig der Mythos, dass Stahlspeichen gleichbedeutend mit einem „weichen“ Laufrad seien. Um diese Behauptung zu überprüfen, nahm Tom Bowers mit seinem AERO50 II Laufradsatz die berüchtigte Steigung „The Struggle“ im Lake District in Angriff – eine Steigung, die für ihre hohen Drehmomente und niedrigen Trittfrequenzen bekannt ist und die Seitensteifigkeit der Laufräder extrem auf die Probe stellt. Selbst bei starker Belastung im Wiegetritt blieben die Laufräder bemerkenswert stabil.

Die eigentliche Sensation ist jedoch der spürbare Komfortgewinn. Carbonspeichen übertragen oft hochfrequente Vibrationen der Straße direkt auf Hände und Wirbelsäule des Fahrers. Die Stahlspeichen von Sapim hingegen sorgen für ein sanfteres Gleiten über rauen Asphalt und bieten eine Dämpfung, die Carbon einfach nicht erreichen kann. Für Ausdauerfahrer oder alle, die auf realen Straßen statt auf makellosen Radrennbahnen trainieren, liegt der Vorteil auf der Hand: Man erhält das gleiche Gewicht wie bei den „Profi“-Carbonrädern, aber mit einem deutlich komfortableren Fahrgefühl.

Getestet bei vorherrschenden Windgeschwindigkeiten von 30-40 mph, die 50 mm Der AERO50 II Laufradsatz zeigte überraschende Stabilität. Moderne Felgenprofile haben das Problem der Seitenwindstabilität weitgehend gelöst, und ICAN RadfahrenDas Felgenprofil bildet da keine Ausnahme. Diese Stabilität ist wohl wichtiger als das Gewicht; ein Laufradsatz, der bei Seitenwind stabil bleibt, ermöglicht es, länger eine aerodynamische Position beizubehalten, was der Schlüssel zu einer echten Geschwindigkeitssteigerung ist.

Die „Allround“-Mittelklasse

Für 799 $ / 620 £ (inkl. Steuern), AERO50 II Die Räder liegen preislich genau zwischen den günstigen Angeboten von AliExpress und den Premium-Modellen für über 1,000 £. Wenn die Lieferung von die EU-Warenlager mit Sitz in Deutschland oder das US-LagerDer Kunde muss weder Versandkosten noch Steuern bezahlen. Die Felgen verfügen über eine moderne 23 mm Innenfelgenbreite, die derzeit die optimale Größe für 28 mm oder 30 mm breite Reifen darstellt und eine Basis bietet, die den aerodynamischen Übergang und das Luftvolumen maximiert.

Die Felgen sind zwar ein Schnäppchen, aber Sie (oder Ihr Mechaniker) sollten die Radkappen direkt nach dem Auspacken einfetten, damit sie den nassen Winter unbeschadet überstehen. Außerdem sind Felgenband und Ventile zwar im Lieferumfang enthalten, aber nicht vormontiert – ein kleiner, aber erwähnenswerter Nachteil für alle, die ihre Felgen sofort einsatzbereit haben möchten.

Leistungszusammenfassung

Vorteile

Unglaubliches Gewicht von 1,231.9 g ohne den Aufpreis für die proprietären Carbon-Speichen; serienmäßige Sapim CX-Ray Komponenten; moderne 23 mm Innenbreite; hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis; 2 Jahre Garantie von einer etablierten Marke.

Nachteile

Trockene Lager ab Werk (erfordern sofortige Wartung); Felgenband und Ventile müssen manuell montiert werden; keine Ersatzspeichen enthalten.

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