Erste Eindrücke vom ICAN AERO40 II Laufradsatz – präsentiert vom Cycling Professor Channel
Einleitung: Das Carbon-Rad-Dilemma
Für moderne Radfahrer erscheint die Suche nach dem „Heiligen Gral“ der Ausrüstung – Carbon-Performance auf Spitzenniveau ohne den Preis von über 2,000 Dollar – oft wie ein aussichtsloses Unterfangen. Wir sind darauf konditioniert, zu glauben, dass Gewichte unter 1,200 Gramm und hochpräzise Ratschen das exklusive Terrain von Marken wie Zipp, Enve oder Roval sind. Die Eintrittsbarriere ist nicht nur eine Frage der persönlichen Präferenz; sie entspricht einer monatlichen Hypothekenrate.
Hier kommt der ICAN Aero II 40mm Laufradsatz ins Spiel. Ehrlich gesagt, lächerlich für den Preis. Handelt es sich um einen echten technischen Durchbruch oder nur um ein weiteres „Open Mold“-Experiment mit einem hübschen Aufkleber?
Nachfolgend das Originalvideo des niederländischen YouTube-Kanals „Bicycle Professor“, in dem der ICAN AERO40 II Laufradsatz getestet wird.
Die Diskrepanz zwischen Gewicht und Preis
Der verstörendste Aspekt des ICAN Aero40 II Der Unterschied zwischen Gewicht und Preis ist enorm. ICAN gibt ein Gewicht von ca. 1177 Gramm an. Auf meiner Digitalwaage wogen sie sogar noch weniger: 530 g für das Vorderrad und 625 g für das Hinterrad. Mit 1155 Gramm pro Satz bewegen sich diese Laufräder in derselben Liga wie die 2,400 Dollar teuren Specialized Roval Alpinist oder CADEX Ultra 50.
Und dann ist da noch der Preis. Für 790 US-Dollar inklusive Mehrwertsteuer und Versand ist das Preis-Leistungs-Verhältnis unschlagbar. Ein wichtiger Hinweis für den cleveren Kunden: ICAN versendet diese Produkte aus [Ort fehlt im Originaltext]. ein EU-LagerDadurch werden die üblichen Probleme mit Einfuhrzöllen und unerwarteten Steuerzahlungen umgangen, die Direktkäufe aus Asien oft mit sich bringen. Dasselbe gilt für ICANs US-Lager Sendungen.
Die Physik verlangt jedoch immer Kompromisse. Konkret bedeutet das ein Fahrergewichtslimit von 105 kg. Für besonders kraftvolle Sprinter oder größere Fahrer erscheinen die 1155 g weniger günstig, sondern eher als potenzielles Risiko.
„Eigentlich bin ich einer Person skeptisch gegenüber der Meinung, dass es so ist.“ (Ich würde fast ein bisschen skeptisch werden, so niedrig ist es.)
Premium-Basis: Keine Kompromisse bei den Komponenten?
Billige Laufräder greifen oft zu billigen Lösungen und verwenden entweder minderwertige Naben mit schlechter Wetterabdichtung oder schwere, spröde Speichen. ICAN geht einen anderen Weg. Sie haben diese Felgen mit Sapim CX Ray Speichen eingespeicht – dem Branchenstandard für Ermüdungsbeständigkeit.
Die Hinterradnabe verfügt über ein 45-Zahn-Ratschensystem mit einem präzisen Eingriffswinkel von 8 Grad. Die mechanische Konstruktion entspricht der Zuverlässigkeit von DT Swiss. Die Naben verwenden handelsübliche Industrielager, was Vor- und Nachteile mit sich bringt: Sie sind zwar extrem wartungsfreundlich und austauschbar, bieten aber nicht die hochwertige, proprietäre Abdichtung einer Boutique-Nabe.
Die überraschendste Profi-Extra in der Verpackung war ein Speichenspannungsbericht. Dieser kurze Bericht dokumentiert die gemessene Spannung jeder einzelnen Speiche und enthält außerdem eine zweijährige Garantiekarte. Im Bereich der günstigen Carbonrahmen ist diese Art der Qualitätskontrolle selten und trägt maßgeblich dazu bei, Skeptiker zu überzeugen.
Realitätscheck für „Montage erforderlich“
Der Preis berücksichtigt die Selbstmontage. Die Laufräder werden sicher in Schaumstoff verpackt geliefert, sind aber noch nicht fahrbereit. Ein wichtiger Hinweis des Herstellers: Beim Entfernen der Transportsicherung ist äußerste Vorsicht geboten, um die Radkappen nicht mit abzureißen.
Du bist auch für die Montage des Tubeless-Reifens zuständig. Das Set enthält silberne Ventile. Die wahre Geduldsprobe ist jedoch das Felgenband. Es ist hochwertig und extrem klebrig, was zwar für eine gute Abdichtung sorgt, aber bei der Montage keine Fehler verzeiht. Du musst es beim Aufkleben stark spannen; andernfalls entstehen Blasen oder es verrutscht, was die Montage eines Tubeless-Reifens zum Albtraum macht.
Die Regeln brechen: Das 35-mm-Experiment
Die Aero II Felge verfügt über eine moderne Innenbreite von 23 mm und eine Außenbreite von 28 mm. ICAN empfiehlt eine Reifenbreite zwischen 28 mm und 32 mm. Aus aerodynamischer Sicht ist diese Empfehlung zutreffend. Um die „105er-Regel“ zu erfüllen – wonach die Felge mindestens 105 % der Reifenbreite betragen sollte, um den Luftstrom zu optimieren – empfiehlt sich auf diesen 28-mm-Felgen die Verwendung eines 25-mm- oder 26-mm-Reifens.
Ich habe mich zu einem aerodynamischen Fauxpas entschlossen und 35-mm-Reifen montiert. Dadurch entsteht zwar ein kugelförmiges Profil, das den aerodynamischen Übergang verschlechtert und den Luftwiderstand erhöht. Sollte der Trend in der Branche zu „breiter ist besser“ bei Gravel- und Endurance-Reifen anhalten, möchte ich wissen, ob meine Felgen die Seitenkräfte einer 35-mm-Karkasse aushalten, ohne sich schwammig anzufühlen.
Fazit: Die 1,000-Kilometer-Frage
Auf dem Messestand wirkt der ICAN Aero II 40-mm-Laufradsatz wie ein echter Gigantenkiller. Die matte Carbon-Oberfläche ist dezent, das Ansprechverhalten direkt und das Gewicht erstklassig. Doch „Leichtgewicht“ ist ein beängstigendes Wort, wenn es nicht mit Langlebigkeit einhergeht.
Das endgültige Urteil steht nach meinem 1,000-Kilometer-Härtetest an. Ich werde die Räder intensiven Sprints und den unerbittlichen Vibrationen des belgischen Kopfsteinpflasters aussetzen, um zu sehen, ob die Speichenspannung hält oder ob die Industrielager nach der ersten Fahrt im Regen Spiel entwickeln.
In Zeiten explodierender Fahrradpreise: Erleben wir endlich die Demokratisierung von High-End-Carbonrädern, oder verbergen sich versteckte Kosten, die sich erst bei hohen Geschwindigkeiten zeigen? 1,000 Kilometer werden zeigen, ob es sich um ein Schnäppchen oder ein Risiko handelt. Bleiben Sie dran.
